Archiv für August 2009

Ich, Wir und Die Anderen. Neue Medien zwischen demokratischen und ökonomischen Potenzialen II

Mittwoch, 12. August 2009

Das Buch ist aus einer wissenschaftlichen Konferenz in Karlsruhe in 2007 entstanden. In der Einführung wird der Titel wie folgt aufgelöst: „Das soziale am Web 2.0 ergibt sich durch die Beteiligung des Einzelnen (Ich) , das Entstehen von Gruppen (Wir) und die Wechselwirkung dieser Teilnahme mit dem ‚klassischen’ Journalismus, sowie der Ökonomie (Die Anderen).“

Wer gerne mal darüber reflektiert, was das Internet eigentlich ist und was es mit uns macht, wird das Buch lieben. Hier ist die Rede von „… größte Bewegung seit der Aufklärung, an der mehr Leute als je zuvor teilnehmen, Leute, die vormals zur Inkompetenz und Bedeutungslosigkeit verurteilt waren und nun als Masse von unterdrückten Mitgliedern versuchen, am politischen Leben teilzunehmen, was nichts anderes heißt, als die Kompetenz zu teilen beziehungsweise an Kompetenz teilzuhaben“.

Ich lese mit Interesse, dass das Internet keine reine Informationsquelle (mehr) ist, sondern zugleich ein „interaktiver Unterhaltungs- und Kommunikationsraum“ und ich freue mich, dass Jugendliche diesem Raum gegenüber dem Fernseher offenbar bevorzugen.

Sozialwissenschaftler reflektieren wirklich klug und in flüssiger Schreibe (sicherlich durch Training mit einem Weblog) was das eigentlich soll, wenn Leute ihr Frühstücksei fotografieren und das Foto in ihrem öffentlichen Tagebuch präsentieren. (weiterlesen…)

Fundstück

Dienstag, 11. August 2009

“Eine Zeitlang herrschte die Meinung vor, dass wir nun im Informationszeitalter leben und es herauszufinden gelte, wie man der einströmenden Informationsmassen Herr werden könne. Es zeigte sich, dass besipielsweise ‘Datenverarbeitung’ auf eine völlig falsche Fährte führt. Computer verarbeiten keine Daten, sie erzeugen welche. Mit Informationen ist es wie mit Uhren – wer eine Uhr hat, weiß immer, wie spät es ist; wer viele Uhren hat, ist sich nie sicher. Eine Schlüsselfrage lautet also: Wie schütze ich mich vor Informationen? Nachdem wir nun einigermaßen gelernt haben, das moderne Rauschen mit News-Aggregatoren und souveräner Ignoranz in den Griff zu kriegen, stellt sich heraus: Wir leben gar nicht im Informationszeitalter. Es ist das Kommunikationszeitalter. Menschen interessieren sich nicht für daten. Menschen interessieren sich für Menschen.” Peter Glaser in “Ich, Wir und Die Anderen. Neue Medien zwischen demokratischen und ökonomischen Potenzialen II”, Heise Verlag 2009