Eberhard, wir kennen uns als Akteure von Bürgerbeteiligung im Wedding. Wie beschreibst Du Deine berufliche Identität?
Ich bezeichne mich neudeutsch als „Projektmanager“. Was mich interessiert ist immer der Schnittpunkt zwischen Kultur und Öffentlichkeit. Ich kümmere mich gerne um umgeliebte Kinder der Berliner Geschichte.
Kannst Du Beispiele geben?
Das waren zum Beispiel die Markierung des Mauerverlaufes, unterirdische Orte in Berlin, politische Denkmale der DDR.
Wie ist die Idee zum Leopoldplatz als Standort für die Fete de la Musique entstanden?
Der Runde Tisch Leopoldplatz hat mich angesprochen, weil eine kulturelle Belebung des Platzes von den Bürgern gewünscht war.
Warum war dieses Projekt interessant für ich?
Weil es ein Platz ist, der im Moment in einem sehr großen Spannungsfeld liegt, um zu zeigen, dass man mit diesem Platz auch positive kulturelle Signale senden kann. Das war für mich die Herausforderung.
Welche Erfahrungen hast Du bei der Vorbereitung gemacht?
Der Wedding birgt Unwägbarkeiten, die ich in anderen Stadträumen in dieser Form noch nicht erlebt habe.
Gibst Du ein Beispiel?
Ich möchte hier eigentlich nur abstrakt bleiben.
Die zweite Erfahrung ist: Wenn man mit einer positiven guten Idee und einem angemessenen Ton vorangeht, dann öffnen sich ganz viele Türen und man kann ganz spannende Dinge realisieren.
Welche Erfahrungen hast Du bei der Durchführung der Veranstaltung gemacht?
Ich würde sagen, wir haben eine schöne Veranstaltung gemacht, mit der gezeigt werden konnte, dass der Loepoldplatz ein Ort für spannende kulturelle Veranstaltungen ist. Wir haben den Platz wirklich zum sprechen gebracht, das hat mich wirklich gefreut.
Wenn Du an dem Platz Dinge tust, die sonst nicht stattfinden, entsteht ein Aushandlungsprozess zwischen verschiedenen Nutzergruppen. Das kostet Energie an Punkten, die man oft nicht einkalkuliert hat.
Wie geht es weiter? Was ist aus Deiner Sicht der nächste Schritt?
Mir ist daran gelegen, daran anzuknüpfen und den Leo weiter kulturell zu beleben. Der Leopoldplatz kann und sollte ein Identifikationsort für den Wedding sein. Kulturveranstaltungen können dazu einen Beitrag leisten.
Vielen Dank für das Gespräch!
Das Interview führte Brigitte Lüdecke
Schlagworte: Fete de la Musique, Identifikationsort, Kultur, Spannungsfeld, Stadtraum