Untertitel: F�rderung des Wissensaustausches in Organisationen
Gerald Lembke, LearnAct Verlagsgesellschaft mbH Wiesbaden, 2005, EUR 39,90
Das Buch ist ein wissenschaftliches Werk und liest sich entsprechend etwas schwerf�llig. Ein Beispiel aus der Zusammenfassung: “Es wird f�r diese Untersuchung festgestellt, dass es sich bei Wissensgemeinschaften um ‘Nicht-Triviale’ Organisationen handelt. Als solche sind sie als beschr�nkt steuerbare Systeme zu verstehen. es handelt sich dabei um Systeme, die aus Subsystemen und Elementen bestehen und eine (selbstorganisierte) Struktur, die die Ordnung dieses Systems regelt.”
Die wertvolle Dynamik von sozialen Netzwerken im Internet m�chten Betriebe f�r den Wissensaustausch in ihren Unternehmen gerne nutzen ? Gerald Lembke unternimmt eine Untersuchung aus der Sicht der Betriebswirtschaft, wie man es machen muss, damit es l�uft. Die sogenannten “Communities of Practice” (= Wissensgemeinschaften), die f�r solche Zwecke gegr�ndet wurden, waren n�mlich keineswegs alle erfolgreich. Von den erfolgreichen Projekten kann man in der Fachliteratur zuweilen lesen, �ber die anderen wird geschwiegen.
Wenn Mitarbeiter sich in einer Atmosph�re von Vertrauen und Wertsch�tzung offen austauschen und wenn im Kreise dieser Mitarbeiter wertvolles Wissen vorhanden ist, entsteht aus dem Austausch neues Wissen. Mit diesem neuen Wissen kann das Unternehmen wachsen. Demgegen�ber steht der Einzelne, der dazu neigt, Wissen zur�ckzuhalten, um sich nicht austauschbar zu machen (Arbeitsplatzverlust oder auch Machtverlust drohen). Bei genauer Betrachtung ist das nicht einmal ein Widerspruch: Es lohnt sich f�r den Einzelnen nur dann, sein Wissen zu teilen, wenn er bereit ist gleichzeitig mit dem Unternehmen weiter zu wachsen. Schlie�lich sch�tzt das Wachstum bzw. die Weiterentwicklung des Unternehmens den Einzelnen nicht vor Arbeitsplatzverlust. Aber das nur am Rande, darum geht es auch in dem Buch von Gerald Lembke nicht.
Lembke hat die Wissensgemeinschaften der Gesellschaft f�r Wissens-Management e. V. untersucht. Mitglieder wurden mit teilstrukturierten Interviews befragt. Die Gesellschaft betreibt Stammtische an bundesweit 12 Orten. Daneben gibt es ein Internetforum.
F�r den erfahrenen Praktiker sind die Forschungsergebnisse nicht wirklich neu, wer es aber genau und wissenschaftlich pr�zise erfahren m�chte, wird mit dem Buch sehr gut bedient.
Das 41-seitige Literaturverzeichnis ist eine Fundgrube.