Posts Tagged ‘Moderation’

Bürgerschaftliches Engagement 2010 – Active Citizenship

Freitag, Oktober 15th, 2010

Ich bin da eher zufällig hineingeraten: Ein Quartiersmanager hatte mit mir Kontakt aufgenommen wegen einem Projekt zu Internet und lokaler Ökonomie. Ich bekam das Projekt und dann habe ich das Umfeld meines Auftrages erkundet. Ich habe mit Selbständigen Kontakt Wandbild gegenüber dem Büro für Quartiersmanagementaufgenommen und mit lokalen EDV-/ Internetanbietern, mit dem lokalen Bürgerverein, mit dem Büro für Quartiersmanagement und bei der nächsten Wahl für den Quartiersrat habe ich selbst kandidiert. Das fing Anfang 2006 an. Nach zwei Jahren als Quartiersrätin habe ich dieses Gremium verlassen. Ich habe dann die Bürgerplattform Wedding/ Moabit mitbegründet und war für diese Methode der Bürgerbeteiligung auch zur Weiterbildung in Chicago (dank einem Stipendium der Checkpoint Charlie Stiftung). Der Bürgerverein hat mich vor 2,5 Jahren in den Vorstand gewählt und ich versuche auf meine Art und mit meinen Kenntnissen, zur Entwicklung dieses Vereins und des Stadtteils beizutragen. Ich habe eine gründliche Ader: Was ich in die Hand nehme, mache ich ernsthaft.

Als Soziologin gucke ich immer mal wieder über den Tellerrand und versuche zu orten, was wir hier überhaupt tun, welcher Art „System“ das ist, an dem wir mitwirken. Ich versuche auch, mit anderen Mitstreitern gemeinsame Ziele zu definieren. Aber das geht nicht so recht. Vielleicht setze ich Methoden ein, die aus einer anderen Branche/ anderen Welt kommen? Ich lerne immer mehr: Bürgerschaftliches Engagement ist speziell. (mehr …)

Kulturförderung als Motor lokaler Entwicklung?

Sonntag, September 26th, 2010

Gestern war Party bei „Perfect Wedding“, dem Herbstfestival der kürzlich eröffneten Uferstudios, ein Teil der Tanzfabrik Berlin. Ich kam zufällig ins Gespräch mit einem älteren Ehepaar, das die ganze Anlage offenbar überhaupt nicht kannte. Ich konnte ein paar Informationen geben, Tanzräume hier und dort, gerade Uferstudiosfertiggestellt, Nutzung durch Profis und für universitäre Ausbildung und ich kramte nach dem Flyer mit den – wenigen aber attraktiven – Kurs-Angeboten für die nicht-professionelle Nachbarschaft. Nein, sie wären keine Nachbarn, sie hätten Unterkunft im Hotel am Luisenbad und wären einfach spontan und neugierig hier mal reingekommen. Das Hotel ist in Sachen Service verbesserungswürdig, das wusste ich schon. Gestern habe ich weitergehend erfahren, dass die Betreiber aber durchaus selbstbewusst sind, angesichts der Möglichkeit, den Zimmerpreis der Nachfrage anzupassen. Dieses Wochenende ist Marathon in Berlin, die Stadt ist ausgebucht; das führte dieses Ehepaar – das häufig in Berlin ist und sonst in anderen Bezirken nächtigt – nun in den Wedding. Die Leute sind sehr angetan von dem Umfeld, in dem sie hier mehr zufällig angekommen sind. Sie sind mehrere Male in unterschiedlichen Richtungen spazieren gegangen. Sie sind überrascht, dass die Menschen hier alle sehr freundlich sind. Sie erwähnten in diesem Zusammenhang insbesondere die – zunehmend orientalische – Badstraße. Sie kommen aus Stuttgart. Sie überlegen in Berlin eine Wohnung zu mieten, weil sie Berlin sehr mögen. Sie sind oft hier, „so viel Kultur“.

Das Gespräch war so außergewöhnlich
Ich sagte Ihnen, dass sie hier zwischen zwei Quartieren mit Quartiersmanagement untergekommen sind. Sie wussten nicht, was das ist. Ich sprach von Nachbarschaften mit hoher Arbeitslosigkeit, hohem Migrantenanteil in der Bevölkerung, Verwahrlosung des öffentlichen Raumes. Ich sagte, dass solche Nachbarschaften von Journalisten gerne mit Ghettos und anderen gefährlichen Gegenden gleichgesetzt werden. Ich sagte, ich würde hier schon sehr lange leben und ich würde gerne hier leben. Ich würde mich freuen, wenn Ihnen diese Gegend gefällt, denn tatsächlich hätten wir hier neben allen Problemen – die wir auch haben, mit denen wir uns beschäftigen – auch Lebensqualität. Sie erzählten von der (mehr …)