OneNote: Notizbuch anders denken

Mai 4th, 2017

Die MS Office-Suite beinhaltet seit mehreren Versionen einen elektronischen Zettelkasten, das entsprechende Programm OneNote hat sich über verschiedene Versionen hinweg zu einem professionellen und sehr praktischen Werkzeug entwickelt. Verschiedene Funktionen im Einzelnen:

  • Für eine Stoffsammlung Dateien (auch Medien) einfach sammeln und ggf. kommentieren,
  • Notizen im Notizbuch schreiben und später sortieren,
  • Screenshots oder ganze „Ausdrucke“ aus dem Browser mit Zeitstempel und Quellenangabe einfügen.

Man kann diese Inhalte über Abschnitte (Oberthemen) und „Seiten“ (ggf. auch Unterseiten) nach einer Logik organisieren und/ oder einzelne Elemente zusätzlich Kategorien zuordnen (ggf. quer zur logischen Struktur) und ebenso auf die einzelnen Inhalte später weitergehend auch über eine Volltextsuche zugreifen – drei verschiedene Möglichkeiten das elektronische Notizbuch thematisch auszuwerten oder einen ganz konkreten Inhalt wiederzufinden. Sowohl Ordnungsliebhaber als auch „kreative Chaoten“ finden sehr nützliche Features – zuweilen handelt es sich ja um dieselbe Person, die in unterschiedlichem Kontext unterschiedlich arbeitet.

Man kann natürlich mehrere Notizbücher kultivieren – vielleicht ein persönliches und ein weiteres für die gemeinsame Nutzung im Team. Das Notizbuch dokumentiert automatisch, wer wann welche Inhalte geändert hat, man kann Einträge auch nach Autoren filtern.

Diese eierlegende Wollmilchsau ist weitergehend für den Zugriff und die Bearbeitung von verschiedenen Geräten aus konzipiert – z. B. um unterwegs eine Aufgabenliste mit dem SmartPhone zu pflegen oder bei der Arbeit mit einem Tablet Ideen und Fundstücke aller Art gleich an den sachlich richtigen Ort „zu senden“. Auf den verschiedenen mobilen Geräten kann die kostenlose Version von OneNote eingesetzt werden, deren Funktionsumfang ist sehr weitreichend.

Tatsächlich installiert die Vollversion von OneNote auch einen Druckertreiber. Sie finden in allen Office-Programmen

DATEI => DRUCKEN => (Druckerauswahl) SENDEN AN ONENOTE
danach können Sie auswählen, in welches Notizbuch und an welche Stelle dort der Inhalt eingefügt werden soll.
Viel schneller geht es jederzeit über WINDOWS + N

Ab der Version 20013 wird auch Text in Bildern zuverlässig als solcher erkannt, dieser Text lässt sich mit Rechtsklick kopieren und wird jederzeit  auch über die Volltextsuche gefunden.

Wer bisher seinen Outlook-Posteingang als Dreh- und Angelpunkt des Schreibtisches benutzt, findet hier anderes Potenzial, auch E-Mails lassen sich mit einfachem Klick AN ONENOTE SENDEN.

Sei es Aufgabenmanagement (ggf. im Team), eine medienübergreifende Stoffsammlung (EINFÜGEN => GESCANNTES BILD holt auch Texte direkt vom Scanner ab) oder ein Archiv, OneNote ist praktisch.

Wer Arbeitsanforderungen hat, die mit den (umfangreichen) Grundfunktionen von OneNote nicht befriedigend gelöst werden, findet weitergehende Features in der kostenlosen App ONETASTIC. Der Microsoft-Programmierer für OneNote hatte bei der Arbeit zahlreiche zusätzliche Ideen, die er heute mit dieser einfachen Programmiersprache unter https://getonetastic.com/ zur Verfügung stellt.

Es lohnt sich, OneNote als Arbeitswerkzeug in Betracht zu ziehen, es bietet wirklichen Mehrwert und die Details-Features entsprechen den aktuellen IT-Trends. Vielen erfahrenen Office-Arbeitern ist gar nicht bewusst, dass sie mit ihrem Office-Paket die Vollversion von OneNote bereits zur Verfügung haben.

Wer sich die zahlreichen Detail-Funktionen nicht alleine ausarbeiten möchte, sondern lieber ein Seminar besucht, findet beispielsweise beim Kommunalen Bildungswerk in Berlin eintägige Seminare, die nächsten Termine sind am 3.08.2017, 23.10.2017 und am 14.03.2018.

Zeitmanagement: Total Workday Control mit Outlook

Januar 2nd, 2017

Eine Publikation von Michael Linenberger hat mich motiviert, das Management meiner Aufgaben tatsächlich wieder mit MS Outlook in die Hand zu nehmen. Das Konzept von „Master Your Now“ (das Buch heißt „Total Workday Control“) beinhaltet sehr einfache Grundregeln und bietet für klassische Probleme der alltäglichen Umsetzung sehr kluge Lösungen an. Das System basiert ganz offensichtlich auf jahrelanger Erfahrung zahlreicher Anwender (Mitarbeiter, Kollegen und Seminarteilnehmer des Autors). Die Umsetzung kann problemlos auch auf Papier erfolgen oder beispielsweise in einer Word-Datei, aber man kann zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und ein volles E-Mail-Postfach vollständig aufräumen und gleichzeitig das Aufgabenmanagement strukturieren und alltägliche Dringlichkeiten entspannen.

Wer Outlook einsetzen möchte, wird lernen Outlook-Elemente durch Ansichten (die auch filtern können) zu strukturieren, man kann vorhandene Ansichten ändern und eigene Ansichten erstellen. Wer Outlook nicht einsetzen möchte, schickt zukünftig alle E-Mails, die Aufgaben enthalten, an ein kostenloses Account bei ToodleDo und organisiert seine Aufgaben dort: https://www.toodledo.com/

Drei grundlegende Ansätze, die mich begeistern:

  • Überfällige Aufgaben werden in Outlook standardmäßig rot und fett angezeigt, das befördert ein schlechtes Gewissen wegen unerledigter „Pflichten“. Irgendwann mag man die alten „guten Vorsätze“ gar nicht mehr sichten, weil es so viele sind. Diese „bedingte Formatierung“ wird DE-aktiviert. Es ist normal, dass wir uns irgendwann ach so vieles vorgenommen haben und dann gab es eben andere Prioritäten, zufällige Synergien und andere Projekte erforderten unsere Aufmerksamkeit, das ist der normale Fluss des Geschäftslebens.
  • Mit dem System werden zunächst alle dringenden Anliegen strukturiert. Dabei werden wichtige Aufgaben keinesfalls vernachlässigt, sondern es wird deutlich unterschieden: Wer Dringlichkeiten (Deadlines für kleinere und größere Anliegen) systematisch steuert, bekommt den Kopf frei und hat tatsächlich auch mehr Zeit, über wichtige Anliegen (z. B. langfristige strategische Ziele) überhaupt nachzudenken.
  • Das System lässt viel Freiraum für persönliche Befindlichkeiten (was, wann, wie), die Ausnutzung spontaner Synergieeffekte sowie das Einpflegen neuer Aufgaben im Eifer des Arbeitsalltags.

Im Ergebnis hat der Anwender eine übersichtliche Liste mit

–  Aufgaben, die heute erledigt werden müssen (going-home-test: Würden Sie Überstunden machen, um das fertig zu stellen?), maximal 5,

–  Aufgaben, die der Anwender innerhalb der nächsten 10 Tage erledigen möchte oder muss, maximal 20 und

–  weiteren Aufgaben, die erst zu einem späteren Zeitpunkt von Bedeutung sind.

Die erste Gruppe sollte der Anwender mehrmals täglich checken und ggf. „pflegen“, die zweite Gruppe täglich, die weiteren Aufgaben werden wöchentlich bearbeitet und ggf. aktualisiert, d. h. weiter verschoben oder mit höheren Prioritäten und neuem Startdatum versehen.

Wer über ein volles Postfach und zu viele E-Mails klagt (das betrifft heute fast jeden?), bekommt interessante Sofort-Hilfe: Der Posteingang wird mehrmals täglich vollständig geleert! E-Mails, die sich nicht in einer Minute beantworten lassen, werden zu Aufgaben und Aufgaben werden nach den oben skizzierten Regeln und Routinen strukturiert und bearbeitet.

Das Buch  „Total Workday Control“ gibt es in verschiedenen Ausgaben, die sich wesentlich auf verschiedene Outlook-Versionen beziehen. Die fünfte Ausgabe (MS Office 365) erscheint im Februar 2017, 20,95 € für ein umfangreiches Taschenbuch mit Theorie und praktischer Anleitung für die EDV-technische Umsetzung. Die beschriebene Methode heißt „Master Your Now“, MYN. Ich verwenden den Begriff (hier) nicht, er ist m. E. zu amerikanisch für unseren Sprachgebrauch.

Auf der Website des Autors steht weitergehend das Buch The one Minute To-Do List als PDF zum kostenlosen Download zur Verfügung, hier wird die Methode auf 121 Seiten grundlegend und arbeitsfähig beschrieben – zur Umsetzung auf Papier oder beispielsweise mit einer Word-Datei und/ oder zur Umsetzung mit https://www.toodledo.com/

Wer sich in Outlook entsprechende Ansichten einrichten möchte, braucht vermutlich weitergehende Literatur (Total Workday Control) oder ein entsprechendes Video-Training,  das Buch ist aber deutlich billiger ;-)

Die von Michael Linenberger vorgestellten Routinen basieren wesentlich auf der Methode Getting Things Done von David Allen. Total Workday Control gibt eine vollständige Anleitung zur konsequenten, praxisnahen elektronischen Umsetzung dieses Aufgaben-Management-Systems.

Ein Rezensent auf amazon schreibt, das Buch von Linenberger sei für Anfänger in Zeit-/ Aufgabenmangement weniger geeignet. Dem stimme ich nur bedingt zu. Wer anfängt mit Zeitmanagement, der macht eine Menge Selbsterfahrung mit seinen Plänen und Aufgaben (warum schiebe ich das immer wieder vor mir her?) und für die weitergehenden Probleme finden sich tatsächlich Lösungen in den weiteren Buch-Kapiteln, aber Zeitmanagement ist nach meiner Erfahrung auch ein Prozess.

Literatur zu „Getting Things Done“ gibt es auch auf Deutsch – David Allen: Wie ich die Dinge geregelt kriege. Die Publikationen von Michael Linenberger gibt es (bisher) offenbar nur auf Englisch.

Die praktische Umsetzung von Master Your Now ist auch Bestandteil meines 2-tägigen Seminars „Zeitmanagement mit MS Office“ beim Kommunalen Bildungswerk in Berlin.

Digitale Sozialisation

Januar 30th, 2016

TastaturEin Kollege hat mich eingeladen, an einer Arbeitsgruppe „Digitale Sozialisation“ mitzuwirken. Der Begriff ist bisher wohl kaum definiert.

Mir fällt ja sooo viel dazu ein. Aber ich habe vielleicht eine spezielle Perspektive.
Ich gebe seit etwa 17 Jahren regelmäßig EDV-Unterricht für unterschiedliche Zielgruppen, in unterschiedlichen Formaten und zu unterschiedlichen Themen. Und ich habe auch in anderen Bereichen meines beruflichen und privaten Lebens einen wachen Blick dafür, wie ganz unterschiedliche Zeitgenossen mit unterschiedlichen EDV-Geräten umgehen.

Meine eigene digitale Sozialisation:
Ich habe während meinem Studium als Schreibkraft gejobbt, ein Berufsbild das es in dieser Form heute nur noch sehr vereinzelt gibt. Ich habe Briefe nach Phonodiktat getippt oder auch handschriftliche Briefe mit der Maschine abgeschrieben. Gelegentlich habe ich dabei auch Rechtschreibung und Grammatik überarbeitet. Ich habe die ganze Entwicklung von der alten Schreibmaschine mit oder ohne Korrekturtaste über elektrische Schreibmaschinen mit unterschiedlichem Speicher (anfangs nur zwei Zeilen, später auch mal drei Seiten) über einen „Textcomputer“ zum Personal-Computer mit unterschiedlichen Textverarbeitungs-Programmen beim Jobben für sehr unterschiedliche Unternehmen erlebt. Für meine Diplomarbeit (1984) mit einer elektrischen Schreibmaschine mit recht gutem Korrektursystem (Fehler neu ansteuern und mit Korrekturband neu tippen), wurden zahlreiche Absätze neu geschrieben, überklebt und die Seiten anschließend im Copyshop in ansprechende Form gebracht. Ich habe mich in allen Jobs in jedes Gerät schnell eingearbeitet. Die entscheidende Kompetenz war damals Read the rest of this entry »

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Juli 29th, 2013


ODER DIE KUNST, BRILLANTE PRÄSENTATIONEN ZU ENTWICKELN

Die Autorin ist Geschäftsführerin einer der größten Designagenturen im Silicon Valley. Auch wenn wir vielleicht nicht die Gelegenheit haben, die Präsentation zur Akquisition eines Millionen-Budgets zu auszuarbeiten, sind die Inhalte mehr als anregend. Eine „brillante“ Präsentation erarbeitet man nicht an einem Nachmittag, von 36 bis 90 Stunden Entwicklungszeit für eine einstündige Präsentation ist die Rede. Aber auch Vorträge auf der nächsten Teamsitzung haben Ziele und die beschriebenen Erfolgsfaktoren sind natürlich allgemeingültig.

Wenn man das Wichtige prägnant zeigen will, dann muss man sich vorher erarbeiten, worauf es denn ankommt. Den gewissen Sinn für Gestaltung kann man trainieren und das Buch gibt hier nützliche Hinweise zum Lernen. „Design als Teil des systemischen Wertesystems eines Unternehmens“ war für mich ein neuer, sehr schöner Gedanke. Dass man die eigene Arbeit so ernst nimmt, dass man sie auch professionell gestaltet bzw. gestalten lässt.

Es macht Freude, dieses schön gestaltete Buch zu lesen und darin zu blättern. Es hilft und motiviert, das eigene grafische und farbliche Sehen zu entwickeln.

slide:ology
ODER DIE KUNST, BRILLANTE PRÄSENTATIONEN ZU ENTWICKELN
Nancy Duarte, O’REILLY 2011, 34,90 €

Das Prezi-Buch für spannende Präsentationen

Juli 29th, 2013


Wer mit interessanten Präsentationen überraschen will, sollte die Kunst des „prezelns“ erlernen. Ein Konto unter www.prezi.com ist schnell eingerichtet, die Verwendung der fertigen Vorlagen ist relativ selbst-erklärend. Ihre hier erstellte Präsentation erhält automatisch eine abwechslungsreiche Dramaturgie. Die Präsentation wird dynamisch, Sie kommen nicht in Versuchung, eine lineare Aufzählung abzuliefern. Umgekehrt sollten Sie Ihr Publikum auch für die Besonderheiten der Darstellung einstimmen, eine Bemerkung wie „halten Sie sich jetzt fest in Ihren Sitzen, wir kreisen gleich“ kann passend sein. Sie können Ihre Prezi mit Kollegen gemeinsam bearbeiten. Der Einsatz für eine online-Konferenz geht auch, Webinare sind möglich und Ihre Prezi kann auch wie ein Kiosk-System automatisch ablaufen. Grundsätzlich steht Ihre Prezi in der Cloud und ist normalerweise auch öffentlich – wenn Sie nicht auf „privat“ schalten. Prezi ist geeignet unsere Präsentations-Kultur – die sehr stark von PowerPoint geprägt ist – vollkommen zu verändern. Allerdings braucht die Vorbereitung guter Präsentationen erheblich Zeit, egal welche Präsentationssoftware eingesetzt wird.

Das Prezi-Buch ist gut. Das Einsteigerwissen kann man sich online auch alleine erarbeiten aber das Buch gibt die nützlichen weiterführenden Hinweise, vor allem auf Deutsch. Wenn Sie ein eigenes Design aufbauen wollen finden Sie hier eine gute Anleitung. Sie bekommen ebenso professionelle Anleitungen für die Entwicklung und Umsetzung Ihrer Story.

Ich werde beim nächsten Relaunch meiner Website – der ist lange überfällig – mein Profil als Prezi integrieren.

Das Prezi-Buch für spannende Präsentationen
Harald Sontowski, Frieder Krauß
O-Reilly 2013, 19,90 €

MindManager heißt jetzt „Mindjet for Business“

April 6th, 2013

MindManager-MapWarum wird es immer komplizierter:

MindMAPPING ist eine Arbeitsmethode, die die Engländer Tony Buzan in den 70er Jahren erfunden hat. Das Unternehmen MindJET vertreibt seit etlichen Jahren eine Software MindMANAGER, mit der man Maps erstellen kann, die dem Mindmapping immerhin ähnlich sind, korrekterweise aber als Businessmaps bezeichnet werden. Information wird grafisch aufbereitet, in der Regel rund um ein zentrales Thema angeordnet und in Haupt- und Unter- (und ggf. Unter-unter-)Punkten gegliedert.
Warum das (bekannte) Produkt MindManager in der neuesten Version den Namen des Unternehmens bekommt, bleibt rätselhaft. Nach MindManager 2012 wurden Ende letzten Jahres die Nachfolgeversionen

  • Mindjet for Business
  • Mindjet for Individuals
  • Mindjet 11 für Windows

herausgegeben. Mindjet 11 für Windows erschien allerdings nur in sehr begrenzter Auflage, die Normalversion wurde für 438 € verkauft. Eine Schulversion „Mindjet 11 für Windows“ ist für 98 € erhältlich – mit den üblichen Auflagen bzw. Nachweispflichten.

Mindjet for Business/ Individuals sind nur als Mietlizenz verfügbar, „damit die vielfältigen Produktinnovationen dem Kunden immer aktuell zur Verfügung stehen“. Wer zahlt als Einzelperson 17,85 € pro Monat nur für die Nutzung von „Mindjet for Individuals“? wer nutzt das Programm so häufig bzw. so intensiv, dass der Preis angemessen wäre? Informelle Umfragen unter Freiberuflern zeigen, dass auch ältere und alte Versionen von MindManager den Bedarf bedienen. Schön, dass man das Produkt jetzt auch als Präsentationstool einsetzen kann, dass der Datenaustausch nicht nur mit den Outlook-Aufgaben sondern auch mit MS Projekt möglich ist. Mindjet bietet jetzt auch eine Cloud, in der Maps für Kollegen und Kooperationspartner bereitgestellt werden können, man kann den Überarbeitungsmodus einsetzen wie in Word und überhaupt sind die Menüleisten jetzt ersetzt durch ein Funktionsband, das sehr ähnlich strukturiert ist wie in MS Office. Die Bearbeitung von Maps kann von beliebigen Endgeräten aus erfolgen.

Laut Pressemitteilung startete das Unternehmen Mindjet „als gefragtes Collaboration-Unternehmen“ in das Jahr 2013. Zahlreiche Auszeichnungen und Preisen werden genannt, die sich in der Mehrzahl um Teamarbeit und mobile Anwendungen drehen.
Mag sein, dass Mindjet for Business hier wichtige Lösungen für innerbetriebliche Planungs- und Abstimmungsprozesse bietet, aber „Mindjet for Individuals“ geht in meinem Umfeld im Preis-/ Leistungsverhältnis an der Zielgruppe vorbei, denn jeder Kollege bzw. Geschäftspartner benutzt (in der Regel aus guten Gründen) andere Tools für sein Projekt- und Aufgabenmanagement.

Eine Übersicht der aktuellen Funktionen finden Sie auf der Website von Mindjet.

Digitaler Dialog. Professioneller Kundenkontakt mit Social Media, E-Mail und Mobile

März 24th, 2013

Eine Recherche nach Stilfragen und Entwicklungen beim geschäftlichen Einsatz von E-Mail brachte mich auf das Buch und meine Fragen wurden mehr als beantwortet. E-Mail-Marketing ist neben Social-Media-Marketing und mobile Marketing nach wie vor hochaktuell und bei umsichtigem Einsatz auch sehr wirksam. Ich habe aber auch gleich gelernt, dass DE-Mail im Kommen ist. De-Mail ist ein Kommunikationsmittel, das auf E-Mail-Technik beruht aber nachweisbar und rechtssicher ist.

In „Digitaler Dialog“ kommen auf 440 Seiten 55 Autoren zu Wort, Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen, Praktiker aus Großkonzernen, Consultants und jeder der Beiträge ist praxisrelevant, spiegelt den aktuellen Stand der Entwicklungen und bietet weiterführende Literaturangaben und Links zum Thema. Mehrere Artikel haben mich motiviert, gleich an anderer Stelle noch mal weiterzulesen. Man liest das Buch eher nicht von vorne nach hinten, die Gliederung verführt zum Stöbern und Nachschlagen.

Der Digitale Dialog dreht sich weniger um die neuesten Social-Media-Dienste und deren Anwendung sondern die Kommunikation mit dem Kunden auf Augenhöhe steht im Vordergrund. Das erfordert in großen wie kleinen Betrieben mancherlei Umdenken, ggf. auch die eine oder andere innerbetriebliche Richtlinie. Auch für die Ausarbeitung solcher Richtlinien oder Rahmenvereinbarungen, z. B. in Form eines „Social-Media-Service-Handbuches“ bietet das Buch nützliche Hilfen.

Ein überaus nützliches Handbuch für Fachleute und Einsteiger.

Digitaler Dialog. Professioneller Kundenkontakt mit Social Media, E-Mail und Mobile
marketing-BÖRSE GmbH, September 2012, 440 Seiten, 39,90 €

Buchrezension: Social Media und Location-Based Marketing

Februar 23rd, 2013

Das Buch erschließt eine Brücke zwischen weltweiter Kommunikation und Werbepotenzialen im Internet zu kleinen Unternehmen wie Handwerksbetrieben, lokalem Einzelhandel und Restaurants, die ihre Kunden naturgemäß in ihrem lokalen Umfeld suchen. Tatsächlich stellt Social Media hier eine hervorragende Brücke dar, denn die angesprochenen kleinen Betriebe finden ihre Kunden überwiegend über Kundenempfehlungen und genau Empfehlungen wie *Gefällt mir* sind ein wesentliches Element von Facebook und vielen anderen Social-Media-Plattformen.

Während die Akzeptanz traditioneller Werbeformen immer weiter abnimmt, sind Originalität und Authentizität Schlüsselfaktoren für erfolgreiches Social-Media-Marketing und genau das können kleine Betriebe erfahrungsgemäß gut. Die Zunahme des mobilen Internet verstärkt diese Potenziale. Eine ständig wachsende Anzahl von Internetnutzern teilen Ihrem digitalen Umfeld über Facebook mit, wo Sie heute Abend hingehen, notiert bei Qype, wie Ihnen der Ort gefallen hat und/ oder checkt über Foursquare an verblüffenden Orten ein. Das passiert auch ohne, dass das Unternehmen/ der Ort selbst in Social Media aktiv ist aber für den Betreiber der Location ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten, die Kommunikation und Werbewirkung mit geringem Aufwand ganz erheblich selbst zu verstärken.

Das Buch gibt zahlreiche gute Beispiele, wie ein kleines Unternehmen einsteigen kann und begleitet die Umsetzung. Die Umsetzung macht Arbeit und das sollte an keiner Stelle verschwiegen werden und manch ein Betrieb ist gut beraten, Schritt für Schritt die mögliche Wirkung auszutesten, damit auch die richtigen Kunden kommen.

Ein guter Ratgeber für KMUs, der auch die Risiken unbedachter Social-Media-Aktivitäten nicht verschweigt.

Social Media und Location-Based Marketing. Mit Google, Facebook, Foursquare, Groupon & Co. Lokal erfolgreich Werben
Ron Faber, Sönke Prestin
Carl Hanser Verlag, 24,90 €

Buchrezension: Social Media Marketing & Recht

Februar 10th, 2013

Ich hatte das Buch lange liegen lassen, weil Rechtsfragen doch immer so schwierig sind. Ein Irrtum. Einerseits wird hier eine Unmenge detailliertes Fachwissen geboten doch gleichzeitig gibt es eine reichlich plausible Praxisbeispiele für alles und jedes. In der Einleitung liest man, dass zahlreiche Abmahnungen in der Praxis nicht auf fehlendem Detailwissen sondern auf mangelndem Problembewusstsein beruhen. Dem versierten Praktiker sind grundlegende Rechtsfragen in Social Media sicher schon geläufig aber die schnelle Entwicklung von Plattformen und Diensten werfen immer wieder neue Fragen auf und nicht alles, was wir alltäglich beobachten, entspricht der deutschen Rechtslage.

Neben einschlägigen Bestimmungen aus dem Urheberrecht, Markenrecht, Datenschutzgesetzt, Gesetzt gegen den unlauteren Wettbewerb und das BGB werden in dem Buch auch die Nutzungsbedingungen der einzelnen Plattformen kritisch in Bezug auf mögliche Fallstricke und Risiken beleuchtet.

Wer bei Facebook nur mit Freunden und Bekannten kommuniziert, hat andere Freiheiten als jemand, der bei Facebook geschäftlich auftritt. Die Grenzen sind im Einzelfall sehr fließend und manchmal anders als das jeweilige Facebook-Mitglied sich das dachte.

Was ist ein (korrektes) Text-Zitat oder Bild-Zitat, was ist Satire und was müssen abgebildete Personen sich ggf. gefallen lassen, was nicht? Die Details lesen sich teilweise wie ein Krimi, ganz und gar nicht wie ein Rechtsratgeber. Ich habe mich mehrfach festgelesen und wirklich viel gelernt.

Neben den Klassikern wie Impressum, Urheberrecht, Markenrecht und Abmahnungen drehen sich ganze Kapitel um Themen wie „Meinungen, Tatsachen, Werbeaussagen“, „Gewinnspiele und Direktmarketing“, „Datenschutz, Nutzertracking, …“ sowie „Haftung für Mitarbeiter, …“.

Gute Lektüre und ein solides Nachschlagewerk für alle, die in Social Media aktiv sind – im eigenen Auftrag oder im Kunden-/ Arbeitgeberauftrag.

Buchrezension: Social Media Marketing & Recht
Thomas Schwenke, O’Reilly Verlag 2012, 29,90 € 554 Seiten

Die verspielte Gesellschaft. Gamification oder Leben im Zeitalter des Computerspiels

Januar 24th, 2013

Das Buch hat mich sehr überrascht, ich bin ja kein Spieler, dachte ich. Von Ludologie, einem transdisziplinärem Forschungszweit für Geschichte, Analyse und Theorie digitaler Spiele ist die Rede. Mir war bisher nicht klar, dass das Sammeln von Treuepunkten an der Supermarktkasse und die Belohnung mit einem besseren Kundenstatus (höheres Level) Parallelen zum Spielen hat. Wer mit dem Internetdienst Foursquare lokal an bestimmten Orten „eincheckt“ (mit Smartphone natürlich), bekommt ebenso Punkte und kann „Bürgermeister“ von Cafes, U-Bahnstationen oder dem lokalen Supermarkt werden. Natürlich ist das ein Spiel. Und solche Spiele werden nicht selten initiiert von Unternehmen, die sich für die Datenströme der Nutzer interessieren. Die Londoner Verkehrsbetriebe verwandeln mit „Chromaroma“ das gesamte Netz der öffentlichen Verkehrsmittel in ein Spielbrett. Über ein elektronisches Ticketsystem werden nutzerbewegungen im Nahverkehr transparent. Wer in der Rushhour eine Station früher aussteigt und läuft, bekommt Punkte. Wer die schnellste Verbindung zwischen zwei Stationen schafft, ebenso. Man kann allein oder im Team „spielen“.
Punkte für Abwaschen, Staubsaugen, Sport? Ja, gibt es schon. Jeder kann seine eigene ToDo-List hochladen und später öffenltich für die Abarbeitung punkten.

Der Transfer von Spielmechanismen auf nichtspielerische Umgebungen wird als Gamification bezeichnet.

Es gibt schockierende Beispiele: Wir wissen, dass Kinder und Jugendliche in virtuellen Umgebungen „ballern“. Mir war nicht bewusst, dass Krieg in der Realität heute genauso mit Joystick und Fernsteuerung geführt werden kann.

Endlich ist klar, warum WeightWatchers so erfolgreich ist: Punktesystem, Fortschrittsberichte, Möglichkeit, an besonderen Herausforderungen teilzunehmen, sich mit anderen zu messen sowie regelmäßig stattfindende Motivationstreffen. Es hat Spielcharakter.

Moderne Autos haben ein Spiel an Bord, bei dem ein grüner Fahrstil mit einem wachsenden digitalen Bäumchen belohnt wird.

Gamification ist der Einsatz von Süpielelementen, um bestimmtes Verhalten zu fördern/ Ziele zu erreichen.

Zahnbürsten und Personenwaagen mit Internetanschluss? Ja, das gibt es schon und beides mit Belohnungssystem und ggf. Wettkampf gegen andere „Spieler“. „Alles Quatsch“, dachte ich „brauche ich nicht“ und dann habe ich mich erinnert, ob man nicht das eigene Kind mit solchen Methoden zum Zähneputzen motivieren kann? Bestimmt kann man.

Bei Earth Aid gewähren Spieler Zugang zu ihren Stromrechnungen und bekommen Punkte und Prämien, wenn sie bestimmte Energiebudgets unterschreiten. Bei der App „JouleBug“ entsteht Wettbewerb im Kampf um die niedrigsten Energiekosten. Normalerweise macht Energiesparen nicht unbedingt „Spaß“ aber der Wettkampf entsteht über Facebook und Twitter.

Gamification: Ein spannender Trend, der mir bisher nicht bewusst war.

Nora S. Stampfl: Die verspielte Gesellschaft. Gamification oder Leben im Zeitalter des Computerspiels
Reihe Telepolis, Heise 2012, 14,90 €